„Schwimmen ist lebenswichtig“ – Rottmann fordert Bundesentwicklungsplan Sport und Bundesprogramm zur Sanierung von Schwimmstätten

Schon seit Jahren weisen Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und Wasserwacht darauf hin, dass immer weniger Kinder sicher schwimmen können. Nachdem die Bäder monatelang geschlossen waren, sind die Wartelisten für Schwimmkurse noch länger geworden. Es könnte Jahre dauern, bis all diesen Kindern ein Kursangebot gemacht werden kann. Die Bayerische Staatsregierung kündigt zwar nun einen Zuschuss von 900.000 Euro für Seepferdchen-Kurse an. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Manuela Rottmann sieht jedoch ganz anderen Handlungsbedarf beim Schwimmen:

„Wo es keine Schwimmbäder mehr gibt, können auch keine Schwimmkurse stattfinden. In unserer Region mussten in den vergangenen Jahren etliche Bäder geschlossen werden, etwa in Münnerstadt oder jüngst in Zeil am Main. Der Sanierungsbedarf in den noch vorhandenen Bädern ist enorm: Das gilt etwa für die Hallenbäder in Bad Kissingen, Bad Brückenau, Mellrichstadt, Bischofsheim und Ostheim oder das Freibad in Fladungen. Oft sind nicht nur die Bäder, sondern auch die Sportstätten und Merkzweckhallen in die Jahre gekommen. Das überfordert die Städte und Gemeinden. Ein Zuschuss für Kurse löst dieses Problem nicht. Wir müssen die Gemeinden bei den anstehenden Sanierungen ihrer Sportstätteninfrastruktur stärker unterstützen.“

Die Abgeordnete hält das Bayerische Sonderprogramm Schwimmbadförderung mit einem Volumen von nur 20 Millionen Euro im Jahr für den ganzen Freistaat für unzureichend. „Jede einzelne Sanierung geht in die Millionen. Jeder kann sich ausrechnen, dass dieses Landesprogramm nicht einmal für die dringendsten Sanierungen allein in Unterfranken reicht.“ Auch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ sei völlig überzeichnet. „Die Kommunen haben im Jahr 2020 Förderanträge in Höhe von 2,8 Mrd. Euro für die Sanierung von Jugend-, Kultur- und Sporteinrichtungen beim Bund eingereicht. Das zeigt den riesigen Bedarf. Zur Verfügung standen aber nur 600 Mio. Euro, also nicht einmal ein Viertel dessen, was die Kommunen als Bedarf gemeldet hatten. Und weniger, als allein der Neubau des Berliner Stadtschlosses gekostet hat.“

„Viele unserer heutigen Sportstätten entstanden im Zuge des sogenannten Goldenen Plans aus den 1960er Jahren, der zu einer ausgezeichneten Sportinfrastruktur in der Bundesrepublik geführt hat“, erläutert die Abgeordnete. Um die Sportstätten in die Zukunft zu führen, schlägt Rottmann eine Neuauflage dieses Plans vor, zusammen mit den Sportverbänden, Ländern und Kommunen. „Ausreichende, barrierefreie und energetisch sanierte Sportstätten und Bewegungsräume sind kein Luxus, sondern Daseinsvorsorge. Deswegen braucht es ein Bundesprogramm zur Sanierung und Instandsetzung von Schwimmstätten. Es ist lebenswichtig, dass jedes Kind sicher schwimmen lernt. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderung brauchen für sie gut erreichbare Schwimmflächen. Denn kaum einen anderen Sport kann man selbst bei körperlichen Einschränkungen bis ins hohe Alter ausüben. Ich will mich nicht damit abfinden, dass sich in einem reichen Land wie unserem unsere Kommunen zwischen Kanalsanierung und Schwimmbadsanierung entscheiden müssen.“