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Mainpost: Urwahl bei den Grünen - Aus drei mach zwei

Bei uns Grünen entscheidet die Basis darüber, wer die Partei in die Landtagswahl im kommenden Jahr führt. Dafür gibt es im ganzen Land Urwahl-Foren, auf denen sich die KandidatInnen vorstellen. Am Wochenende war Unterfranken an der Reihe und ich durfte die Veranstaltung moderieren.

Die Mainpost berichtete darüber:

Aus drei mach zwei – so lautet der Auftrag für die gut 9000 Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in Bayern: Die Partei sucht ihre beiden Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst 2018 und lässt darüber basisdemokratisch in einer Urwahl abstimmen. Mit den beiden Landtagsfraktionsvorsitzenden Katharina Schulze und Ludwig Hartmann und dem parlamentarischen Geschäftsführer Thomas Gehring stellen sich drei Kandidaten zur Wahl. Das Trio absolviert eine Vorstellungs-Tournee durch alle Regierungsbezirke – und war am Wochenende in Unterfranken.

Frauenquote sichert Schulze einen Platz

Dabei steht eines schon im Vorfeld fest: Katharina Schulze ist aufgrund der strengen Frauenquote, die bei den Grünen in der Satzung steht, als einzige Bewerberin gesetzt, offen ist nur noch der männliche Teil des Spitzenduos. Die 32-jährige Münchnerin bekam beim Urwahlforum vor rund 60 unterfränkischen Grünen am Samstag in den Würzburger Greisingsälen trotzdem genauso viel Zeit zur Vorstellung wie die Männer. Schließlich ist einer der Gründe für das aufwändige Prozedere, die Parteibasis für den Wahlkampf zu motivieren und vom künftigen Spitzenduo zu überzeugen. „Die Urwahl führt dazu, dass sich die Partei geschlossen hinter den Spitzenkandidaten versammelt. Das war eine unserer Stärken bei der Bundestagswahl“, sagte der Landesvorsitzende Eike Hallitzky.

Im September holten die Grünen bayernweit 9,8 Prozent der Stimmen, bei der Landtagswahl wollen sie sich steigern: „Wir machen im Moment offenbar nicht sehr viel falsch“, so Hallitzky. Die Urwahl sei der Gegenentwurf der Grünen zu „seltsamen Auswahlriten“ und einer „mehrjährigen Palastrevolution“ bei der CSU: „Wir haben eine starke innerparteiliche Demokratie und werden ein starkes Team an der Spitze haben.“ Und dass durch die Plakate und die Berichterstattung über die Urwahlforen die bayernweit eher unbekannten Kandidaten ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden, schadet aus Sicht der Grünen im Vorfeld des Landtagswahlkampfs sicher auch nicht.

Klare grüne Positionen werden vertreten

Die drei Kandidaten können gut miteinander, vertreten selbstverständlich durchweg klare grüne Positionen und unterschieden sich bei landespolitischen Themen höchstens in Nuancen – das wurde bei der Vorstellungsrunde und der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum schnell klar. Bei der Urwahl kommt es eher darauf an, wem die Basis es neben Katharina Schulze zutraut, die grüne Agenda erfolgversprechend zu vertreten – dem 39 Jahre alten Ludwig Hartmann aus Landsberg am Lech oder dem 20 Jahre älteren Thomas Gehring aus dem Oberallgäu.

Gehring präsentierte sich als ruhiger und sachlicher Vertreter seiner Zunft. Der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion möchte die absolute Mehrheit der CSU beenden und bezeichnete sich als politischen Teamplayer. Grüne Themen seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, „aber sie werden nicht umgesetzt“, sagte der 59-Jährige, der eine Kleinkunstbühne leitet.

Flächenfraß im Freistaat eindämmen

Sein jüngerer Konkurrent warb mit viel Energie für sich und stellte gleichzeitig klar, dass er keine Lust darauf hat, sich „am Versagen der CSU abzuarbeiten“. Hartmann will lieber mit Themen punkten, „bei denen die Menschen schon viel weiter sind als die Landesregierung“. Als Beispiel nannte er das aktuelle Volksbegehren „Betonflut eindämmen“, mit dem die Grünen den Flächenfraß im Freistaat – 13 Hektar werden in Bayern täglich neu zugebaut – eindämmen wollen.

Die Grünen bestimmen das Spitzenduo per Briefwahl, die rechtzeitig vor dem ersten öffentlichkeitswirksamen Auftritt beim Politischen Aschermittwoch in Passau am 14. Februar 2018 beendet sein soll. Wie die Aschermittwochsrede bei Katharina Schulze klingen wird, hat die Spitzenkandidatin am Samstag angedeutet: „Wir sollten nicht mehr den Anderen das Regieren überlassen. Die CSU ist reif, abwählt zu werden.“

Den vollständigen Artikel gibt es auch auf mainpost.de (Bezahlschranke)

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