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Tatsächlich abgeordnet

Schon vor mehr als einem Monat soll die Bundestagswahl gewesen sein? Mir kommt es wie eine Woche vor. Das liegt vielleicht daran, dass der Anfang als Abgeordnete nicht besonders spektakulär ist. Genau wie bei jedem anderen neuen Job geht es erstmal um die Arbeitsfähigkeit: Wo muss ich hin? Wie ist mein Passwort? Wo kann ich arbeiten und wie komme ich an den Schlüssel?

Was anders ist als bei einem anderen Job: Man bekommt erfreulich viele Glückwunschschreiben. Svea Thies, meine Mitarbeiterin in Berlin, die vorher für Tom Koenigs gearbeitet hat, sagt: „Bayern ist schon anders. So viel Post gab’s aus Hessen nie.“ Die werden Stück für Stück beantwortet, und dann gibt es auch schon ganz konkrete Fragen von Bürgerinnen und Bürgern aus Unterfranken: Wie geht’s weiter mit dem Rückbau des AKW Grafenrheinfeld? Wie kann man Rechtssicherheit für eine Projekt wie „Wohnen für Hilfe“ in Würzburg schaffen? Wieso muss die Power to Gas-Anlage in Haßfurt auch noch EEG-Umlage zahlen? Viele haben Anliegen, die sie bei der Regierungsbildung berücksichtigt wissen wollen. Und viele sagen: „Jetzt reißt Euch mal zusammen da in Berlin, das Land braucht eine Regierung.“ Recht haben sie. Neben der Büroorganisation nimmt die Vorbereitung und Begleitung der Sondierungsgespräche mit Union und FDP schon den größten Raum ein. Ich bearbeite mit Anderen die Themen „Wirtschaft und Arbeit“ in langen Sitzungen, und wenn die Sitzung rum ist, werden die Arbeitsaufträge aus der Sitzung abgearbeitet. Der Gang der Sondierungen wird in Fraktionssitzungen und Telefonkonferenzen von der Sondierungsgruppe erklärt. Wir schaffen viel – die schaffen viel mehr, denn es wird ja nicht nur stundenlang verhandelt, das Ganze wird auch noch vorbereitet und danach vermittelt – in die Fraktion, in die Partei, in die Öffentlichkeit. Die Lage ist schwierig, aber unsere Gruppe macht das sehr gut.

Und dann, ja, gab es vergangenen Dienstag die konstituierende Sitzung des 19. Deutschen Bundestags. Und da, im Plenum, als ich mitabgestimmt habe über den Parlamentspräsidenten und die Vizepräsidentin und die Vizepräsidenten, da hab ich es wirklich erst richtig begriffen: Jetzt bin ich tatsächlich abgeordnet in den Bundestag. Ich habe großen Respekt vor der Verantwortung und werde mein Bestes geben.

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